[Rezi] Jetzt sind wir jung von Julian Mars

© Albino Verlag
Jetzt sind wir jung von Julian Mars




Erscheinungsdatum: 18.11.2015
Seitenzahl: 328 Seiten (lt. Verlag = richtig)
Preis: 14,99 € (TB) / 9,99 € (Ebook)
ISBN/ASIN: 978-3959850384
Verlag: Albino Verlag

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Ein Buch zu dem ich bisher nur positive Meinungen gehört habe und bei dem mich vor allem MissFoxyReads mit ihrer Rezension angefixt hat. Das Buch ist auf jeden Fall angenehm anders unter den Büchern im LGBT-Bereich und konnte mich gut unterhalten. Der Autor weiß Dinge in Worte zu fassen, die einfach ausgesprochen werden müssen.


Das ist die Geschichte von Felix. Und diese Geschichte ist nicht unbedingt eine einfache.
Felix stammt aus einem reichen Elternhaus mit einem sich nicht kümmernden Vater, einer leicht psychotischen Mutter und einer Schwester die schon vor langer Zeit dem ganzen Quatsch den Rücken gekehrt hat. Er muss also selbst sehen wie er Erwachsen wird und dabei begleiten wir ihn als Leser durch verschiedene Stationen. Von der Erkenntnis schwul zu sein, über erste Experimente, Probleme und Bekanntschaften bis zum heutigen Problem: sein Ex-Freund Martin ist wieder in der Stadt und Felix weiß nicht so recht wie er damit umgehen soll.

Besonders gut gefallen hat mir in diesem Buch die Sprache und generell der Schreibstil den Julian Mars verwendet hat. Felix spricht aus was Tatsache ist. Da wird nicht um den heißen Brei herumgeredet, er nennt die Dinge beim Namen, ohne das dadurch das Buch irgendwie zu vulgär oder zu gewollt schmutzig wirkt. Das ist bei dieser Art Büchern nicht immer einfach.
Überhaupt hat mich das Buch irgendwie mehr an eine Art witzige und authentische Biografie erinnert als an einen Roman. Sehr erfrischend die Lebensgeschichte von Felix auf diese Art kennen zu lernen.
Dabei geht die Erzählung nicht unbedingt chronologisch vor, Felix hat immer mal wieder Gedankensprünge zu verschiedenen Phasen seines Erwachsenwerdens und deren Konsequenzen, aufgelockert durch Situationen im Hier und Jetzt die den roten Faden der Geschichte bilden.
Überhaupt wird viel Wert darauf gelegt das nicht einfach irgendwelche Themen abgearbeitet werden, sondern Felix sich langsam aber sicher seiner Sexualität bewusst wird - mit allen Vor- und Nachteilen die so etwas mit sich bringt.
Felix als Charakter war sehr angenehm. Seine Erzählungen mochte ich sehr gerne und auch einige Nebencharaktere wie Emilie, die Tochter eines Puff-Besitzers oder sein schwuler Bester Freund Gabriel waren wichtig für die Geschichte. Das Highlight war sowieso Tamara. Lediglich mit Martin konnte ich nichts anfangen.
Für mich eine wunderbare Coming of Age Geschichte in der schwulen Szene.
Eine Geschichte über das Erwachsenwerden in der schwulen Szene mit einem eher etwas seltsamen Elternhaus im Rücken, ungewöhnlichen Freunden und einem Erzähler, der das Buch eher wie eine witzige Biografie wirken lässt als einen Roman. Felix lässt den Leser in Gedankensprüngen an den verschiedenen Stationen in seinem gar nicht langweiligen Leben teilhaben.


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